20 Jahre KfW-Laufzeit, aber nur zehn Jahre fester Zins: Diesen Unterschied rechne ich vor der Zusage durch
Zwanzig Jahre Laufzeit lesen sich nach viel Planungssicherheit. Ich würde bei einem Investitionskredit trotzdem sofort die zweite Zahl suchen: Wie lange bleibt der vereinbarte Zinssatz fest? Bei der langen Investitionsvariante im KfW-Programm 365 ist dieser Unterschied wichtig. Die Rückzahlung kann über einen längeren Zeitraum laufen als die erste Zinsfestschreibung.
Für meinen Vergleich wäre deshalb nicht allein die anfängliche Rate entscheidend. Ich möchte sehen, welche Restschuld am Ende der Zinsbindung übrig bleibt und wie der Betrieb mit einer veränderten Belastung umgehen könnte. Eine lange Gesamtlaufzeit beantwortet diese Fragen noch nicht.
Die lange Investitionsvariante hat zwei verschiedene Endpunkte
Das aktuelle Merkblatt zu KfW 365 sieht für Investitionen Laufzeiten von bis zu 20 Jahren vor. Bei der langen Variante wird der Zins für die ersten zehn Jahre festgeschrieben. Für die Zeit danach ist ein Prolongationsangebot vorgesehen. Ich würde daraus weder denselben Zinssatz für die gesamte Laufzeit noch eine heute bereits feststehende spätere Rate ableiten.
Diese Aussage beziehe ich auf die entsprechende Investitionsvariante. Ich würde sie nicht pauschal auf jede Betriebsmittelfinanzierung oder auf beliebige andere KfW-Produkte übertragen. Im konkreten Angebot müssen Programm, Laufzeit, tilgungsfreie Zeit und Zinsbindung zusammenpassen.
Meine erste Bitte an die Bank wäre ein vollständiger Tilgungsplan
Eine hervorgehobene Monatsbelastung reicht mir für diesen Vergleich nicht. Ich würde einen Plan anfordern, aus dem Zahlungen und Restschuld über die erste Zinsbindung hervorgehen. Besonders die Restschuld am Ende des zehnten Jahres bekommt bei mir eine eigene Zeile.
Auch die tilgungsfreie Anlaufzeit würde ich im Zusammenhang mit diesem Plan lesen. Eine zunächst geringe Belastung ist angenehm, sagt für sich aber wenig über die spätere Rückführung aus. Ich würde wissen wollen, ab wann Tilgung einsetzt und welche Zahlungen der Betrieb dann tatsächlich erwirtschaften muss.
Den Anschlusszins würde ich nicht vorhersagen
Statt einer Prognose mehrere Belastungen rechnen
Für meine eigene Planung würde ich die ausgewiesene Restschuld mit unterschiedlichen angenommenen Anschlusszinsen durchspielen. Das wären ausdrücklich Rechenszenarien und keine Zinsprognosen. Entscheidend wäre für mich, wie empfindlich der verfügbare Überschuss auf eine höhere Belastung reagiert.
Die Maschine altert während der Finanzierung
Daneben würde ich Wartung, mögliche Ersatzbeschaffung und die wirtschaftliche Nutzungsdauer ansehen. Wenn eine neue Investition genau in die spätere Kreditphase fällt, gehören beide Vorhaben in dieselbe Vorschau. Die formale Restlaufzeit eines Darlehens ist kein Beleg dafür, dass der finanzierte Gegenstand bis zum letzten Zahlungstermin unverändert Erträge bringt.
Ich vergleiche Angebote mit gleichen Eckdaten
Ein kurzer Festzins und eine lange erste Zinsbindung lassen sich nicht sinnvoll allein anhand der ersten Rate sortieren. Ich würde je Angebot dieselben Punkte gegenüberstellen: Kreditbetrag, Laufzeit, Zinsbindungsende, Tilgungsbeginn, Restschuld und weitere vertragliche Kosten. Abweichungen markiere ich, bevor ich einen vermeintlichen Preisvorteil bewerte.
Die grundsätzliche Programmeignung bleibt eine eigene Prüfung. Beispielsweise würde ich bei einem anderen Programm die Anforderungen an vollständige Geschäftsjahre bei KfW 366 nicht aus einer allgemeinen Laufzeitübersicht ableiten. Eine passende Zahl im Rechner ersetzt keine Prüfung der Förderbedingungen.
Diese Frage stelle ich vor der Entscheidung
Ich würde die Bank konkret bitten, mir den Übergang nach der ersten Zinsbindung zu erklären: Welche Restschuld ist geplant, wann wird die Anschlussphase besprochen und welche Annahmen enthält die heutige Vorschau? Offene Antworten würde ich im Vergleich sichtbar lassen, statt sie mit dem anfänglichen Zinssatz zu füllen.
Mein Ziel wäre eine Finanzierung, deren erste Jahre und spätere Risiken ich nachvollziehen kann. Wer zwanzig Jahre zurückzahlt, sollte deshalb schon vor der Zusage auf das Ende des ersten Festzinsabschnitts schauen. Genau dort beginnt ein Teil der Planung, den die erste Rate nicht zeigt.