Dein geheimer 30-Tage-Kredit: Warum eine echte Firmenkreditkarte der beste Puffer für dein Business ist

Veröffentlicht am 6. Februar 2026

Heute reden wir über Plastik. Oder Metall, je nachdem wie gut euer Business läuft. 😉
Es geht um Firmenkreditkarten. Und bevor ihr jetzt gähnt und weiterklickt: Ich rede hier nicht davon, dass ihr eine Karte braucht, um bei Amazon Toner zu bestellen. Das ist Standard.
Ich rede von der Kreditkarte als strategisches Finanzinstrument.

Wisst ihr, was mein größtes Problem in den ersten drei Jahren war? Nicht die Aufträge. Sondern das Warten auf das Geld. Ich habe gearbeitet, Rechnung gestellt… und dann gewartet. 14 Tage, 30 Tage, manchmal 60 Tage.
Aber meine Google-Ads-Rechnung? Die wurde sofort abgebucht. Mein Laptop? Musste ich sofort bezahlen.

Genau hier entsteht diese gefährliche Lücke im Cashflow, die uns das Genick brechen kann. Und genau hier ist die richtige Kreditkarte mein Lebensretter geworden.

Debit vs. Credit: Der Fehler, den fast alle machen

Wenn ihr bei N26, Fyrst oder Kontist seid (über die wir ja gesprochen haben), habt ihr oft eine Karte dabei. Meistens steht da „Debit“ drauf.

Das ist super zum Bezahlen. Aber für eure Liquidität bringt das gar nichts.

Warum? Weil bei einer Debit-Karte das Geld sofort vom Konto runtergeht. Kaufst du heute für 500 Euro ein, sind heute 500 Euro weg.

Eine echte Kreditkarte (Charge oder Revolving) ist anders.

Hier kaufe ich heute ein, aber das Geld wird erst in 30 Tagen (oder bei manchen Anbietern sogar erst in 58 Tagen!) von meinem Girokonto abgebucht.

Versteht ihr den Hebel?

Ich kann Material einkaufen, den Auftrag erledigen, dem Kunden die Rechnung schicken – und idealerweise hat der Kunde mich schon bezahlt, bevor die Kreditkartenabrechnung überhaupt fällig wird.

Das ist ein zinsloser Kredit über 4 Wochen. Einfacher kommt ihr an kein Geld.

Meine Favoriten im Check: Amex vs. Bank-Karte

Ich habe mittlerweile zwei Karten im Einsatz und erkläre euch, warum.

1. Der Platzhirsch: American Express Business (Gold oder Platinum)

Ich dachte früher immer, Amex ist nur was für Schnösel im Golfclub. Weit gefehlt. Für Selbstständige ist das ein mächtiges Werkzeug.

  • Der Liquiditäts-Vorteil: Amex bietet ein Zahlungsziel von bis zu 58 Tagen. Das ist fast zwei Monate Puffer!
  • Die Punkte (Membership Rewards): Ich zahle alles mit der Karte. Google Ads, Facebook Werbung, Tanken, Supermarkt. Dafür kriege ich Punkte. Diese Punkte tausche ich in Meilen um.Ergebnis: Ich bin letztes Jahr Business Class in den Urlaub geflogen. Nur durch Punkte, die ich gesammelt habe, indem ich meine Geschäftskosten bezahlt habe. Das fühlt sich an wie ein kostenloser Bonus.
  • Nachteil: Man kann damit nicht überall bezahlen (kleine Bäcker nehmen sie oft nicht), aber online und bei großen Händlern geht es fast immer.

2. Die „Backup“-Karte: Miles & More Mastercard (oder Bank-Karte)

Da Amex nicht überall genommen wird, braucht man eine Visa oder Mastercard als Backup.

Hier nutze ich die Miles & More Credit Card Blue für Business.

  • Vorteil: Wird wirklich überall akzeptiert.
  • Versicherungen: Oft sind hier Reiserücktritt oder Mietwagen-Vollkasko dabei. Checkt das mal! Ich habe mir neulich die teure Versicherung bei Sixt gespart, weil meine Karte das abdeckt. Das sind bei einer Woche Mietwagen schnell mal 100 Euro gespart.

Achtung: Die Zins-Falle (Revolving)

Jetzt muss ich aber auch warnen. Es gibt Karten (oft von Barclays oder Hanseatic), die bieten euch an: „Zahlen Sie doch einfach in kleinen Raten zurück!“

Das nennt sich „Teilzahlungsfunktion“.

Macht. Das. Nicht.

Die Zinsen liegen da oft bei 15%, 18% oder noch mehr. Das ist Wucher.

Nutzt die Karte für den kostenlosen Zahlungszeitraum (bis zur Abrechnung), aber stellt sicher, dass am Stichtag immer 100% abgebucht wird.

Eine Firmenkreditkarte soll euch Liquidität verschaffen, keine neuen Schuldenberge mit Horror-Zinsen aufbauen.

Wie kriegt man die Karte? (Bonität ist King)

Auch hier gilt: Die Kartenanbieter checken die Schufa.

Aber: Es ist oft einfacher, eine Karte mit 2.000 Euro Limit zu bekommen als einen Bankkredit über 2.000 Euro.

Warum? Weil der Prozess automatisiert ist.

Mein Tipp für den Antrag:

Wenn ihr gefragt werdet, wie hoch euer Umsatz ist, seid realistisch aber nicht zu bescheiden. Und ganz wichtig: Gebt an, seit wann ihr existiert. Je länger ihr am Markt seid, desto höher das Limit.

Bei meiner ersten Karte hatte ich ein Limit von 1.500 Euro. Nach 6 Monaten pünktlicher Zahlung habe ich angerufen und gefragt: „Geht da mehr?“. Zack, 5.000 Euro.

Man muss sich dieses Vertrauen „erarbeiten“.

Ohne Karte läuft nix

Für mich ist die Trennung strikt:

  • Privater Kram: Private Karte.
  • Geschäftlicher Kram: Business Karte.

Das macht die Buchhaltung (siehe letzter Artikel) kinderleicht. Am Monatsende lade ich einfach die Kreditkartenabrechnung in mein Lexoffice hoch und bin fertig. Keine Zettelwirtschaft, kein Suchen.

Wenn ihr noch keine habt: Holt euch eine. Fangt mit einer kostenlosen an, wenn ihr die Gebühren scheut. Aber nutzt diesen 30-Tage-Puffer. Es schläft sich einfach ruhiger, wenn man weiß, dass die Abbuchung erst nächsten Monat kommt.

Was habt ihr im Portemonnaie? Seid ihr Punkte-Jäger oder reicht euch die Debit-Karte? Lasst es mich wissen!