Volksbank Kredit für Handwerksbetriebe: Meine Erfahrungswerte aus der Praxis
Handwerk & Finanzierung: stabil, aber alles andere als einfach
Wenn man von außen draufschaut, wirkt ein Handwerksbetrieb oft wie ein Selbstläufer. Volle Auftragsbücher, feste Kunden, greifbare Arbeit. „Die haben doch immer was zu tun“, höre ich oft.
Die Realität ist komplexer.
Handwerker arbeiten mit hohen Vorleistungen. Material, Fahrzeuge, Maschinen, Mitarbeiter – alles kostet Geld, bevor auch nur eine Rechnung geschrieben ist. Dazu kommen lange Zahlungsziele, besonders bei gewerblichen Kunden oder öffentlichen Auftraggebern. 30, 45 oder sogar 60 Tage sind keine Seltenheit.
Und genau hier entsteht der typische Finanzierungsbedarf: nicht wegen schlechter Auftragslage, sondern weil Geld zeitlich versetzt fließt.
Typische Kredit-Anlässe im Handwerksbetrieb
Aus meiner Erfahrung sind es immer wieder dieselben Situationen:
Ein neuer Transporter wird fällig, weil der alte wirtschaftlich tot ist.
Eine Maschine muss ersetzt oder ergänzt werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das Lager muss aufgefüllt werden, weil mehrere große Aufträge parallel laufen.
Oder ganz klassisch: Betriebsmittel, um ruhig schlafen zu können, wenn mehrere Rechnungen noch offen sind.
Das sind keine exotischen Sonderfälle – das ist Alltag im Handwerk.
Warum viele Handwerker bei der Volksbank landen
Volksbanken sind regional verankert, oft seit Jahrzehnten. Gerade im Handwerk ist das ein riesiger Pluspunkt. Viele Betriebe sind dort schon lange Kunde, teilweise seit der Gründung oder sogar generationenübergreifend.
Was ich immer wieder höre:
Man kennt sich. Man redet miteinander. Es gibt einen festen Ansprechpartner.
Und genau das unterscheidet eine Volksbank von vielen anonymen Online-Anbietern. Im Handwerk zählt Vertrauen – auf beiden Seiten.
Meine Erfahrungswerte zur Kreditvergabe bei Volksbanken
Ich sage es direkt: Eine Volksbank ist kein „schnell mal klicken und Geld ist da“-Anbieter. Dafür ist der Prozess oft gründlicher, manchmal auch zäher. Aber das hat Gründe.
Vorbereitung ist alles – wirklich alles
Handwerksbetriebe, die ihre Zahlen im Griff haben, kommen deutlich besser durch. BWA, Jahresabschluss, Auftragslage, Investitionsplan – das sind keine Schikanen, sondern die Grundlage für eine vernünftige Finanzierung.
Was ich häufig sehe: Der Betrieb läuft gut, aber die Unterlagen sind chaotisch. Dann wird selbst ein eigentlich solides Vorhaben unnötig kompliziert. Wer vorbereitet ins Gespräch geht, merkt schnell, dass der Ton deutlich konstruktiver wird.
Das Gespräch zählt mehr als der Algorithmus
Ein großer Vorteil der Volksbank: Das persönliche Gespräch.
Ein Handwerker kann erklären, warum gerade jetzt investiert wird, warum ein bestimmter Auftrag wichtig ist oder warum die Umsätze saisonal schwanken.
Diese Einordnung fehlt bei vielen reinen Online-Krediten. Bei der Volksbank kann sie den Unterschied machen zwischen „abgelehnt“ und „machbar mit Anpassungen“.
Sicherheiten: Fluch und Segen zugleich
Ja, Volksbanken arbeiten gern mit Sicherheiten. Fahrzeuge, Maschinen, Immobilien, Bürgschaften. Das kann nerven, keine Frage.
Aber: Dadurch sind oft bessere Konditionen möglich als bei unbesicherten Online-Krediten. Für etablierte Handwerksbetriebe ist das häufig ein fairer Tausch – mehr Aufwand, dafür langfristig günstigere Finanzierung.
Wo es im Handwerk oft hakt
Ein Punkt, den ich ehrlich ansprechen muss: Flexibilität.
Wenn ein Betrieb sehr kurzfristig Geld braucht, kann die klassische Bankstruktur an ihre Grenzen kommen. Kreditentscheidungen dauern, Gremien müssen zustimmen, Unterlagen geprüft werden.
Wer permanent auf Kante näht und jede Woche improvisiert, wird mit einer Volksbank nicht glücklich. Dafür ist sie nicht gemacht.
Ein typisches Szenario aus dem Handwerksalltag
Ein Metallbaubetrieb hat mehrere Großaufträge gleichzeitig. Materialkosten laufen sofort, Rechnungen werden aber erst nach Abnahme bezahlt. Gleichzeitig steht die Anschaffung einer neuen Maschine an, die die Produktion effizienter machen würde.
Hier kann ein klassischer Unternehmenskredit oder Investitionskredit über die Volksbank sinnvoll sein – weil er strukturiert, planbar und auf mehrere Jahre ausgelegt ist. Nicht spektakulär, aber solide.
Meine ehrliche Einschätzung
Für Handwerksbetriebe ist die Volksbank kein Trendprodukt, sondern ein verlässlicher Finanzierungspartner, wenn der Betrieb Substanz hat und langfristig denkt. Der Weg ist nicht immer der schnellste, aber oft der nachhaltigste.Wer bereit ist, seine Zahlen offen zu legen, Sicherheiten einzubringen und ein echtes Gespräch zu führen, bekommt im Gegenzug Stabilität – und die ist im Handwerk oft mehr wert als maximale Geschwindigkeit.