PayPal, Stripe oder Klarna? Wer dein Geld am wenigsten verbrennt (Der große Payment-Check)
Du hast deinen Shop gelauncht. Die Produkte sind online, die Ads laufen, und plötzlich: Ding! Die erste Bestellung auf dem Handy.
„Geil!“, denkst du. „100 Euro Umsatz!“
Dann guckst du auf dein PayPal-Konto. Da sind aber keine 100 Euro angekommen. Sondern nur 96,80 Euro.
Und am Ende des Monats fragst du dich: „Moment mal, wo sind die restlichen 3 % meines Gewinns hin?“
Willkommen in der Welt der Payment Service Provider (PSP).
Ich betreibe selbst zwei kleine Nischen-Shops (einen für Outdoor-Zubehör, einen für digitale Produkte) und habe mich jahrelang über die Gebühren geärgert.
Man denkt immer: „Ja, 2 Prozent, das tut doch nicht weh.“
Falsch. Wenn deine Marge nur 20 % beträgt, dann fressen diese „2 Prozent“ Gebühren mal eben 10 % deines gesamten Gewinns auf.
Ich habe die drei Platzhirsche PayPal, Stripe und Klarna gegeneinander antreten lassen. Wer zockt uns am wenigsten ab? Und auf wen können wir trotzdem nicht verzichten?
Die besten Kredite in der Übersicht
| Kreditanbieter | Kreditsumme | Laufzeiten | Kreditanfrage |
|---|---|---|---|
Der Gigant: PayPal (Teuer, aber alternativlos?)
Fangen wir mit dem Elefanten im Raum an.In Deuts
chland liebt jeder PayPal. Wenn du es im Checkout nicht anbietest, brechen 30 % der Kunden den Kauf ab. Fakt.
Das weiß PayPal. Und deshalb lassen sie es sich fürstlich bezahlen.
- Die Kosten: Aktuell (Stand 2025) liegt die Standardgebühr bei 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion.
- Das Problem: Das ist verdammt viel. Bei einem kleinen Warenkorb von 20 Euro sind das fast 4,5 % Gebühren!
Mein Hack:
Wenn du über 5.000 Euro Umsatz im Monat machst, ruf dort an (oder beantrage es im Backend). Es gibt Händlerkonditionen (Merchant Rates), die bis auf 1,49 % runtergehen können. Aber: Du musst aktiv danach fragen. Von allein schenken die dir nichts.
Trotzdem: PayPal ist der „Vertrauens-Anker“. Ich hasse die Gebühren, aber ohne PayPal verkaufe ich nichts. Es ist eine Hassliebe.
Der Techniker: Stripe (Kreditkarten-König)
Stripe ist der Liebling aller Entwickler. Wenn du einen Shopify-Shop hast, läuft „Shopify Payments“ im Hintergrund oft über Stripe.
Sie sind spezialisiert auf Kreditkarten (Visa, Mastercard, Apple Pay).
- Die Kosten: Für europäische Karten zahlst du 1,5 % + 0,25 €.
- Der Vergleich: Das ist fast 1 % billiger als PayPal!
Wenn ein Kunde also die Wahl hat zwischen „Mit PayPal zahlen“ oder „Kreditkarte eingeben“, bete ich immer, dass er die Kreditkarte nimmt.
Stripe ist extrem sauber in der Abrechnung, hat keine monatlichen Fixkosten und das Geld wird (inzwischen) auch recht flott ausgezahlt (ca. 3-7 Tage rollierend).
Vorsicht: Bei internationalen Karten (USA, Corporate Cards) wird es teurer (bis zu 2,9 %). Aber für das normale Geschäft in DACH ist Stripe der Preis-Leistungs-Sieger.
Der Conversion-Booster: Klarna (Teuer, aber wirksam)
Klarna ist kein reiner Zahlungsabwickler, sondern eine „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) Bank. Für den Kunden ist es super: „Rechnungskauf“ oder „Ratenkauf“. Er zahlt erst in 30 Tagen.
Für uns Händler ist das Risiko weg (Klarna garantiert die Zahlung).
- Die Kosten: Hier wird es unübersichtlich, da Klarna oft individuelle Deals macht oder über Partner (wie Mollie oder Shopify) integriert wird. Aber rechne mal mit 3 % bis 3,5 % + Fixgebühr.
- Warum macht man das?Ganz einfach: Weil der durchschnittliche Warenkorb steigt. Leute kaufen mehr und teurer, wenn sie es erst nächsten Monat bezahlen müssen.
Bei meinem Outdoor-Shop habe ich Klarna getestet. Ergebnis: Die Gebühren waren 30 % höher als bei PayPal.
ABER: Die Conversion-Rate (Kaufabschlüsse) stieg um 15 %.
Unterm Strich habe ich also mehr verdient, obwohl ich pro Verkauf mehr Gebühren abgedrückt habe.
Mein Fazit als Shop-Betreiber
Es gibt keinen „einen“ Sieger. Du brauchst den richtigen Mix.
- PayPal ist Pflicht für das Vertrauen (schluck die Kröte bei den Gebühren).
- Stripe ist dein „Brot-und-Butter“-Abwickler für alle Kartenzahlungen (Apple Pay nicht vergessen zu aktivieren!).
- Klarna ist dein Marketing-Tool, um höhere Warenkörbe zu erzielen (lohnt sich vor allem bei Produkten über 50 Euro).
Pro-Tipp für Sparfüchse:
Schaut euch Mollie an. Das ist ein Anbieter aus den Niederlanden, der alles bündelt (PayPal, Klarna, Kreditkarte, Apple Pay).
Der Vorteil: Du hast nur eine Integration und oft etwas bessere gebündelte Konditionen. Und du bekommst nur eine Auszahlung auf dein Konto, was die Buchhaltung (Stichwort: sevDesk!) massiv erleichtert.
Wie zahlt ihr im Netz am liebsten? Und als Händler: Habt ihr PayPal schon mal rausgeschmissen und habt ihr es bereut?