Der gelbe Brief im Briefkasten: Warum ich ohne Firmen-Rechtsschutz kein Auge mehr zubekomme (Mein ARAG-Test)

Veröffentlicht am 30. Januar 2026

Es gibt diesen einen Moment im Leben eines Unternehmers, in dem das Herz kurz aussetzt.
Es ist Samstagmorgen. Du holst die Post rein. Ein gelber Umschlag. Förmliche Zustellung.
Oder ein Brief von einer Kanzlei, die du nicht kennst, mit dem Betreff „Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung“.
Streitwert: 20.000 Euro. Anwaltskosten: 1.500 Euro. Zahlbar bis nächste Woche.

Mir ist das passiert. Ein Bild auf meiner Website war angeblich nicht ordentlich lizenziert. Ein Flüchtigkeitsfehler.

In dem Moment hast du zwei Probleme:

  1. Die Angst: Habe ich einen Fehler gemacht? Muss ich das zahlen?
  2. Die Kosten: Wenn ich jetzt einen Anwalt anrufe, um mich zu wehren, kostet allein das Erstgespräch oft 190 Euro plus Steuer. Wenn es vor Gericht geht, reden wir schnell über tausende Euro.

Viele Selbstständige knicken dann ein und zahlen die Abmahnung, obwohl sie vielleicht im Recht wären. Einfach aus Angst vor den Prozesskosten.
Das ist falsch. Man darf sich nicht erpressen lassen.
Genau deshalb habe ich mir die Firmen-Rechtsschutz der ARAG geholt. Damit ich Waffengleichheit habe.

Haftpflicht vs. Rechtsschutz: Wo ist der Unterschied?

Viele verwechseln das.

  • Die Berufshaftpflicht (über die ich bei exali schrieb) ist dein Schild. Sie wehrt unberechtigte Schadenersatzforderungen ab („Du hast meinen Server gelöscht!“).
  • Der Rechtsschutz ist dein Schwert (und dein Schild bei Vertragsstreitigkeiten). Sie hilft dir, wenn du dein Recht durchsetzen willst („Der Kunde zahlt nicht!“, „Der Vermieter kündigt mir!“) oder wenn du dich gegen Bußgelder und Strafverfahren wehren musst.

Warum ARAG? Der Baukasten für Business

Ich habe mich für die ARAG entschieden, weil sie nicht diesen „Einer für alles“-Tarif haben, der meistens zu teuer ist, sondern Module anbieten.

1. Der Joker: Die Anwaltshotline (Juratel)

Das ist das Feature, das ich am meisten nutze. Lange bevor es zum Prozess kommt.

Ich habe eine Frage: „Darf ich diese Klausel in meinen AGB verwenden?“ oder „Mein Mitarbeiter ist krank, kündigt aber Fotos aus dem Urlaub auf Instagram an. Was darf ich tun?“

Ich rufe bei der ARAG an. Ich werde mit einem Fachanwalt verbunden. Kostenlos (bzw. im Beitrag enthalten).

Ich kriege eine erste Einschätzung.

Allein diese Telefonate haben mir schon hunderte Euro Beratungskosten gespart.

2. Der Web-Rechtsschutz (Cyber)

Für uns Online-Unternehmer essenziell. Die ARAG bietet den „ARAG web@ktiv“ Baustein.

Sie prüfen deine Website (Impressum, Datenschutzerklärung) auf Abmahnfallen. Wenn du abgemahnt wirst, weil dein Cookie-Banner falsch war, übernehmen sie die Anwaltskosten zur Abwehr.

In Zeiten von DSGVO-Wahnsinn ist das meine Lebensversicherung.

3. Der Forderungs-Rechtsschutz

Ein spannender Punkt: Wenn ein Kunde deine Rechnung nicht zahlt, ist das oft kein Fall für den normalen Rechtsschutz (das fällt unter „allgemeines unternehmerisches Risiko“).

Aber die ARAG bietet hier Hilfe beim Inkasso an. Das greift Hand in Hand mit Themen, die wir schon besprochen haben (Straetus), ist aber direkt in die Police integriert.

Was kostet der Frieden?

Rechtsschutz ist teurer als Haftpflicht. Machen wir uns nichts vor. Für mein kleines Unternehmen (Umsatz ca. 100k – 200k) zahle ich – je nach Selbstbeteiligung – zwischen 30 und 50 Euro im Monat. Ich habe eine Selbstbeteiligung von 250 Euro gewählt, das drückt die Prämie massiv.

Denn: Wegen einer Kleinigkeit für 100 Euro gehe ich eh nicht zum Anwalt. Ich brauche die Versicherung für die großen Katastrophen (Mietvertrag gekündigt, Steuerstrafverfahren, teure Abmahnung).

Achtung: Die Wartezeit!

Das ist der wichtigste Tipp dieses Artikels: Schließt die Versicherung ab, BEVOR es brennt. Fast alle Rechtsschutzversicherungen haben eine Wartezeit (meist 3 Monate). Wenn heute der Brief vom Anwalt kommt und ihr schließt morgen die Versicherung ab -> Keine Deckung. Der „Versicherungsfall“ muss nach Ablauf der Wartezeit eingetreten sein.

Es gibt Ausnahmen (z.B. Verkehrsunfälle oder Strafrecht, die greifen oft sofort), aber bei Vertragsstreitigkeiten müsst ihr Geduld haben. Also: Nicht warten, bis der Ärger da ist.

Mein Fazit

Die ARAG Firmen-Rechtsschutz ist für mich Luxus, den ich mir leiste, um ruhig zu schlafen. Ich weiß: Wenn morgen ein Brief kommt, der meine Existenz bedroht, stehe ich nicht alleine da. Ich kann mir den besten Anwalt nehmen, und die ARAG zahlt die Rechnung. Gerade im Kampf „Kleiner Freelancer gegen großen Konzern“ sorgt das für Augenhöhe. Ohne Versicherung würde der Konzern mich einfach mit Prozesskosten in die Knie zwingen („Ausbluten lassen“). Mit Versicherung halte ich dagegen.

Habt ihr schon mal einen Rechtsstreit geführt? Habt ihr gewonnen oder wegen der Kosten aufgegeben?