Funding Circle Kredit für Eventagenturen: Meine Erfahrungen aus einer volatilen Branche
Eventagenturen leben von Peaks – nicht von Gleichmäßigkeit
Eine Eventagentur kann in einem Monat 150.000 € Projektvolumen bewegen – und im nächsten Monat fast nichts abrechnen. Warum?
Weil Events geplant, organisiert und vorfinanziert werden müssen. Locations werden reserviert.
Technik wird gebucht. Personal wird eingeplant.
Und der Kunde zahlt oft erst nach Durchführung. Das ist Cashflow-technisch anspruchsvoll.
Warum viele Eventagenturen bei Funding Circle landen
Funding Circle ist eine Plattform für Unternehmenskredite, die sich auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert hat.
Der Fokus liegt auf:
Digitalem Antragsprozess
Relativ schneller Entscheidung
Mittelständischer Zielgruppe
Für Eventagenturen, die kurzfristig größere Projekte vorfinanzieren müssen, kann das attraktiv sein.
Typische Finanzierungssituationen im Eventbereich
Großveranstaltung vorfinanzieren
Technik-Equipment anschaffen
Zwischenfinanzierung bei langen Zahlungszielen
Personalaufbau in Wachstumsphase
Überbrückung saisonaler Schwankungen
Gerade Zahlungsziele sind ein massives Thema. 30 oder 60 Tage sind keine Seltenheit.
Meine Erfahrungswerte mit Funding Circle bei Eventunternehmen
Ich habe mehrere Agenturen begleitet, die Plattformkredite genutzt haben. Und hier wird es ehrlich.
1. Geschwindigkeit ist ein klarer Vorteil
Der Prozess ist deutlich schneller als bei vielen klassischen Banken.
Für ein Projekt, das in vier Wochen startet, kann das entscheidend sein.
Aber schnell heißt nicht oberflächlich. Zahlen werden geprüft.
2. Bonität entscheidet stark über Konditionen
Funding Circle arbeitet bonitätsbasiert. Das heißt:
Stabile Umsatzhistorie = bessere Konditionen
Stark schwankende Zahlen = höhere Kosten
Eventagenturen mit pandemiebedingten Umsatzlöchern hatten es in den letzten Jahren teilweise schwer.
Das darf man nicht ausblenden.
3. Kurzfristige Projektfinanzierung ist sinnvoll – Dauerlösung nicht
Funding Circle kann ein gutes Instrument sein, um einzelne Projekte zu stemmen.
Aber eine dauerhaft angespannte Liquiditätsstruktur sollte nicht über Kredite kompensiert werden.
Sonst entsteht ein Kreislauf.
Ein realistisches Szenario
Eine Agentur organisiert eine Firmen-Großveranstaltung mit 80.000 € Budget.
Technik und Location müssen vorab bezahlt werden.
Der Kunde zahlt 30 Tage nach Event.
Ein Kredit über 50.000 € überbrückt diese Phase.
Wenn der Kunde solide ist, kann das sinnvoll sein.
Wenn der Kunde wackelt, wird es gefährlich.
Der größte Fehler in der Eventbranche
Zu optimistische Projektplanung.
„Der Kunde zahlt schon.“
„Das nächste Event ist sicher.“
Eventgeschäft ist emotional. Finanzierung darf es nicht sein.
Für wen Funding Circle sinnvoll ist
Sinnvoll für:
Etablierte Agenturen mit stabiler Historie
Klare Projektkalkulation
Kurzfristige Projektfinanzierung
Wachstumsphasen
Weniger geeignet für:
Strukturelle Dauer-Liquiditätsprobleme
Unklare Umsatzbasis
Spekulative Expansion
Für Eventagenturen kann Funding Circle ein flexibles Werkzeug sein – besonders für projektbezogene Zwischenfinanzierungen. Aber Eventgeschäft ist volatil. Wer mit Kredit arbeitet, muss doppelt sauber kalkulieren. Finanzierung sollte Projekte ermöglichen – nicht Hoffnung finanzieren.