Mein Targobank-Check für Architekten im Liquiditäts-Stau – Meine Erfahrungen

Veröffentlicht am 10. Februar 2026

Heute geht es mal um die Ästheten unter uns. Ich habe mich neulich mit einem befreundeten Architekten unterhalten und war schockiert. Der Typ entwirft Häuser, die Millionen kosten, fährt ein schickes Auto (Leasing, natürlich), aber auf dem Firmenkonto sah es aus wie auf einer Baustelle im Rohbau: Ziemlich leer.
Warum? Wegen der HOAI und den lieben Bauherren.
Ihr kennt das Spiel: Ihr habt Leistungsphase 3 abgeschlossen, der Entwurf steht, der Bauantrag läuft. Die Rechnung ist gestellt. Aber der Bauherr? Der ist im Urlaub. Oder die Bank des Bauherrn braucht noch eine Unterschrift. Oder er findet einen Mangel in der Zeichnung, der gar keiner ist. Zack, sind 6 Wochen rum. Dumm nur, dass deine neuen BIM-Software-Lizenzen (die ja mittlerweile ein Vermögen kosten) und die Miete für das schicke Altbau-Büro jetzt fällig sind.

Die Hausbanken sind bei Architekten oft komisch. Einerseits seid ihr „Freiberufler mit Kammerzugehörigkeit“ (gut!), andererseits schwanken die Einnahmen extrem (schlecht!). Ich habe mir deshalb mal den Business-Kredit der Targobank angesehen. Die werben ja aggressiv damit, dass sie Selbstständige verstehen.

Targobank: Filiale oder Internet? Beides!

Das fand ich im Test spannend: Die Targobank ist keine reine Online-Bude, wo du mit einem Chatbot diskutierst, wenn es Probleme gibt. Aber sie ist auch keine verstaubte Sparkasse, wo du für jeden Pups einen Termin in 3 Wochen brauchst.
Ich habe das Szenario „Investitionskredit für neue CAD-Workstations + Software“ durchgespielt. Summe: 25.000 Euro.

Der Antrag startet online. Das Formular ist sauber, verständlich und fragt nicht sofort nach der Schuhgröße deiner Großmutter. Was cool ist: Du kannst dir aussuchen, ob du alles online abschließen willst (Video-Ident, Dokumenten-Upload) oder ob du in eine Filiale dackelst, um dem Berater in die Augen zu schauen. Für Architekten, die oft Oldschool-Werte schätzen, ist der Filial-Besuch vielleicht gar nicht so schlecht. Ich habe aber den Online-Weg gewählt, weil ich faul bin.

Die Hürde: Bonität und Unterlagen

Jetzt wirds ernst. Anders als bei den Fintechs (wie iwoca oder aifinyo), die oft nur auf den Umsatz gucken, tickt die Targobank hier noch klassisch bankmäßig.

Sie wollten sehen:

  • Die letzten zwei Steuerbescheide (Einkommensteuer).
  • Eine aktuelle BWA (nicht älter als 3 Monate).
  • Nachweis über die Kammerzugehörigkeit (bei Freiberuflern oft ein Pluspunkt!).

Hier lag auch der kleine Stolperstein. Mein fiktives „Büro“ hatte in der aktuellen BWA einen kleinen Dämpfer, weil wir viel Material vorgekauft hatten.

Da rief tatsächlich ein Berater an. Und das war der Moment, wo die Targobank gepunktet hat.

Anstatt den Algorithmus entscheiden zu lassen („Computer sagt Nein“), hat der Mensch gefragt: „Herr Alex, warum ist der Gewinn im März eingebrochen?“

Ich konnte erklären: „Vorleistung für Großprojekt, Zahlung kommt im Juli.“

Er hat es notiert, verstanden und den Haken gesetzt.

Auszahlung und Konditionen: Solide Mittelklasse

Vom Antrag bis zum Geld auf dem Konto vergingen 5 Werktage.

Das ist okay. Nicht blitzschnell, aber für eine klassische Bank ordentlich. Die Zinsen?
Die waren deutlich besser als bei den Sofort-Krediten aus dem Internet. Weil die Prüfung gründlicher ist, ist das Risiko für die Bank kleiner – und das geben die (teilweise) an dich weiter. Wir lagen hier bei einem Zinssatz, der völlig im Rahmen war für einen unbesicherten Business-Kredit.

Außerdem gut: Du kannst Sondertilgungen machen. Wenn das dicke Honorar für Leistungsphase 5 endlich eintrudelt, kannst du den Kredit einfach zu 80% tilgen und sparst dir die Zinsen für den Rest der Laufzeit. (Lest aber das Kleingedruckte, manchmal gibt es Grenzen für die kostenlose Sondertilgung!).

Mein Fazit für das Architekturbüro

Die Targobank ist eine solide Brücke.

Sie ist perfekt, wenn ihr:

  • Größere Investitionen plant (Büroausstattung, teure Software).
  • Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner legt, falls es mal klemmt.
  • Eine saubere Buchhaltung habt (Steuerberater ist Pflicht!).

Sie ist nichts für euch, wenn:

  • Ihr das Geld „morgen früh“ braucht.
  • Eure BWA das Chaos pur ist.

Für mich ist das die „Vernunft-Lösung“. Nicht sexy, nicht viral, aber verlässlich. Und manchmal ist genau das, was man braucht, wenn das Fundament wackelt, oder?

Wie finanziert ihr eure Durststrecken zwischen den Abschlagszahlungen? Geht ihr an die Rücklagen oder nutzt ihr Fremdkapital? Schreibt mir mal in die Kommentare – gerade bei den HOAI-geplagten Kollegen interessiert mich das brennend