Bankkredit oder FinTech-Kredit? – Mein Vergleich aus der Praxis

Ich erinnere mich noch genau an die Situation, die mich zu dieser Frage gebracht hat.
Mein Unternehmen stand vor einer wichtigen Investition, und ich musste entscheiden: Gehe ich den klassischen Weg über meine Hausbank – oder probiere ich einen der neuen FinTech-Anbieter aus?
Beide Wege habe ich inzwischen genutzt – und glaub mir, die Unterschiede könnten größer kaum sein.


Der Bankkredit – solide, aber zäh

Als ich meinen ersten Bankkredit beantragt habe, war es genau so, wie man es erwartet:

  • lange Gespräche mit dem Bankberater
  • Papierberge an Unterlagen
  • wochenlanges Warten auf eine Entscheidung

Dafür waren die Konditionen richtig gut. Zinsen knapp über 3 %, Laufzeit 10 Jahre, und sogar eine kleine tilgungsfreie Anlaufphase.
Das Problem: Wenn du schnell handeln musst, bist du mit einem Bankkredit oft zu spät dran. Bei mir dauerte es damals fast 2 Monate, bis das Geld auf dem Konto war.


Der FinTech-Kredit – schnell, digital, flexibel

Ganz anders mein Erlebnis mit FinTechs wie iwoca oder auxmoney.
Hier ging es:

  • komplett digitaler Antrag, keine Banktermine
  • Entscheidung innerhalb von Stunden oder Tagen
  • Auszahlung oft schon nach wenigen Tagen

Das war ein echter Gamechanger, als ich kurzfristig Liquidität brauchte.
Die Kehrseite: Die Zinsen sind höher. Bei meinem FinTech-Kredit lagen sie eher zwischen 7–10 %, also deutlich über dem, was eine Bank verlangt hätte.


Mein direkter Vergleich 📊

Bankkredit – Vorteile:

  • günstige Zinsen
  • lange Laufzeiten möglich
  • seriöses Image bei Geschäftspartnern

Bankkredit – Nachteile:

  • langsam
  • hohe Anforderungen an Bonität
  • viel Papierkram

FinTech-Kredit – Vorteile:

  • schnell und unkompliziert
  • digitaler Antrag
  • oft flexible Kreditlinien

FinTech-Kredit – Nachteile:

  • höhere Zinsen
  • oft kleinere Kreditbeträge
  • weniger individuell verhandelbar

Meine Entscheidung: Es kommt auf die Situation an

Heute gehe ich so vor:

  • Für große Investitionen wie Maschinen oder Immobilien nutze ich den klassischen Bank- oder KfW-Kredit. Da zählt jeder Prozentpunkt beim Zins.
  • Für schnelle Liquidität oder kurzfristige Projekte setze ich auf FinTechs. Da ist mir Schnelligkeit wichtiger als der perfekte Zinssatz.

Ich sehe es also nicht als „entweder – oder“, sondern eher als Mix. Je nach Situation nutze ich das passende Werkzeug.


Zwei Welten, beide haben ihre Berechtigung

Bankkredite sind wie ein schwerer Tanker – stabil, günstig, aber langsam.
FinTech-Kredite sind wie ein Schnellboot – wendig, flexibel, aber mit mehr Spritverbrauch.
Als Unternehmer musst du wissen, was du gerade brauchst: Stabilität oder Geschwindigkeit. Ich habe beides getestet – und will ehrlich sein: Ohne die FinTechs wäre ich in manchen Phasen ziemlich ins Straucheln geraten.


 

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